Ingrid Metz-Neun
 
 
 

Wunderwerk Stimme

Gespeichert unter: Synchronisation — Ingrid Metz Neun @ 10:00

An alle Freunde und Freundinnen, die schon immer einmal wissen wollten, wie STIMME funktioniert!
Nachfolgend ein Bericht im STERN:

Tonfabrik im Kehlkopf

Vom ersten Schrei bis zum letzten Seufzer - unsere Stimme begleitet uns ein Leben lang. Dabei wissen wir erstaunlich wenig über sie. Stimmt’s? Von Lea Wolz

Sie verrät viel über uns. Geschlecht, Alter und Nationalität sind aus ihr herauszuhören, auch Gefühle wie Ärger, Wut und Trauer schlagen sich nieder. Ein Leben lang ist sie unser Begleiter, reift und altert mit uns. Doch unsere Kultur liebt die Schrift und vergisst dabei den Klang. Dabei ist unsere Stimme ein mächtiges Instrument – wir haben nur verlernt, darauf zu spielen.

Ingrid Metz-Neun kann das. Die 59-Jährige ist seit über 40 Jahren als Synchronsprecherin tätig und fast jeder dürfte sie schon einmal gehört haben. In Köln und Koblenz, in Fulda und Hamburg sagt sie unter anderem in U- und S-Bahnen die Haltestellen an. “Beim Einsprechen habe ich darauf geachtet, gleichbleibend freundlich zu sein”, sagt sie. Diejenigen die morgens auf dem Bahnsteig frieren oder sich in eine volle Bahn drängeln müssen, will Metz-Neun wenigstens “mit ihrer Stimme streicheln”. Angenehm warm und entspannt klingt diese.

Zu viel Kraft schadet unserer Stimme

Ob ausgebildete Sprecherin oder Reibeisen - wir alle produzieren Stimme im Prinzip gleich. Mit Organen, die eigentlich andere Aufgaben haben. Unsere Lunge versorgt in erster Linie das Blut mit Sauerstoff. Mit dem sogenannten Vokaltrakt, zu dem Nasen-, Mund- und Rachenraum zählen, nehmen wir Luft und Nahrung auf. Der Kehlkopf wiederum “sitzt an der Schnittstelle zwischen Atemweg und Schluckstraße und schützt die Lunge mit einem Verschlussmechanismus davor, dass Fremdkörper eindringen”, sagt der Arzt und ausgebildete Opernsänger Bernhard Richter. “Genau mit diesem Verschluss, den Stimmlippen, produzieren wir Töne.”

Richter leitet das Zentrum für Musikermedizin in Freiburg, die Mitarbeiter sind medizinisch und musikalisch ausgebildet. Das Zentrum ist eine ideale Anlaufstelle für Sänger, Schauspieler und Lehrer - alles Berufsgruppen, die auf eine gesunde, funktionierende Stimme angewiesen sind. Sie werden hier behandelt, wenn sie die Töne nicht mehr treffen oder sich durch den Unterricht krächzen. “Häufig handelt es sich dabei um sogenannte funktionale Stimmstörungen”, sagt Richter. Das heißt: Organisch ist alles in Ordnung, Stimme wird allerdings falsch produziert, zum Beispiel mit zu viel Kraft.

Höchstleistungen im Kehlkopf

Das schadet unserem Tongenerator, den beiden Stimmlippen, die im Kehlkopf liegen. Lediglich zehn bis 15 Millimeter sind diese in ihrem schwingenden Anteil lang. Ihre Arbeit ist dennoch ein kleines Wunderwerk. Um zum Beispiel den Ton A zu produzieren, der eine Frequenz von 440 Hertz hat, schwingen sie 440 Mal in der Sekunde. Zahlreiche Muskeln sind dabei in Bewegung. Männer brummen in der Regel mit einer Frequenz um die 120 Hertz, bei Frauen schwingen die Stimmlippen um die 240 Mal in der Sekunde. Allein mit Muskelkraft wäre das gar nicht möglich.

Bei den Stimmlippen greift ein strömungsmechanischer Effekt, der bei einem einfachen Experiment zu beobachten ist. Hält man zwei Blatt Papier in einem Abstand von einem Zentimeter parallel nebeneinander und bläst von oben hinein, werden sie nicht auseinander gestoßen, sondern saugen sich gegenseitig an. Das liegt daran, dass an der Stelle, an der die Luft durch einen Engpass am schnellsten strömt, der Druck am geringsten ist. Ein ähnlicher Saugeffekt ist bei den schwingenden Stimmlippen zu beobachten.

Schreien, Quäken, Quietschen

Je nach Tonhöhe und Lautstärke sind die Stimmlippen unterschiedlich gespannt. Die Dicke entscheidet wiederum über die Frequenz - also darüber, ob wir hoch oder tief sprechen. Wie beim Gitarrenspiel: Auch dort klingt eine dickere Saite tiefer als eine dünne und gespannte. Sind zwei Saiten allerdings gleich gespannt, klingt die Kürzere höher als die Lange. Daher sind Kinderstimmen generell höher als die von Erwachsenen, und Männerstimmen tiefer als die von Frauen.

Sprechen wir lauter, wird die Luft aus der Lunge mit größerem Druck gegen die Stimmlippen gepresst. Ungeübte Stimmen werden daher auch automatisch höher, wenn sie die Lautstärke steigern - denn die Stimmlippen reagieren auf den zunehmenden Druck wiederum mit vermehrter Anspannung. Das Beispiel zeigt: Unsere Stimme ist ein höchst kompliziertes Zusammenspiel zwischen unseren Kehlkopfmuskeln, den Stimmlippen, der Luft aus unserer Lunge, dem Vokaltrakt und unserem Gehirn, das die meisten Bewegungen steuert.

Dabei macht ein Baby vom ersten Schrei an alles richtig. “Die Koordination zwischen Atmung und Stimmgebung ist bei ihm noch optimal”, sagt Richter. Sein Zwerchfell, unser Haupteinatmungsmuskel, ist noch nicht durch zu viel Sitzen erschlafft. Stundenlang kann es daher schreien, ohne heiser zu werden, quäken und quietschen.

Doch beim Schreien allein bleibt es zum Glück nicht.

Jede Stimme hört sich anders an

Dass wir nicht nur quietschen, sondern verständlich sprechen, liegt an unserem Vokaltrakt, auch Ansatzrohr genannt. Der Mund-, Nasen- und Rachenraum ist unser Schallrohr. “Hier wird der Klang, der an den Stimmlippen entsteht, verstärkt und geformt”, sagt Richter. “Indem ich die Größe dieses Raumes ändere, die Lippen nach vorne stülpe oder die Zunge bewege.” Beim “o” zum Beispiel runden wir unsere Lippen, beim “l” legen wir die Zunge seitlich an den Zahndamm - und lenken so den Luftstrom und den Klang. Da jeder Hohlraum seine eigenen Resonanzen hat, also bestimmte Obertöne verstärkt und andere dämpft, hört sich jede Stimme anders an. Zudem können wir den Klang gezielt steuern und zum Beispiel regional einfärben. Im Norden sprechen viele mit gehobenem Kehlkopf, in Süddeutschland ist die Stimme dagegen eher nach hinten verlagert.

Wandernde Kehlköpfe und wachsende Stimmlippen

Jeder Mensch gebraucht seine Stimme also anders und im Lauf des Lebens wandelt sich diese. Bei der Evolution vom Affen zum Menschen ist der Kehlkopf immer tiefer gerutscht. Was damals Jahrmillionen gedauert hat, durchläuft heute jeder Säugling in der ersten Lebensphase. Am Anfang steht der Kehlkopf noch weiter oben, so dass Babys gleichzeitig atmen und Milch saugen können, ohne sich zu verschlucken. Ab ungefähr sechs Monaten wandert er tiefer, die Zunge wird beweglicher. Das Gaumensegel kann jetzt nicht mehr so einfach verhindern, dass Nahrung in die Luftröhre gerät. Dafür gibt es oberhalb des Kehlkopfes mehr Raum, um den Klang zu variieren. Die Sprache muss für den Menschen enorm wichtig gewesen sein, wenn er dafür sogar in Kauf nahm, zu ersticken, vermutet daher der Psychologe und Autor des Bestsellers “Der Sprachinstinkt” Steven Pinker.

Auch die Stimmlippen sind bei Babys noch deutlich kürzer als bei Erwachsenen. Was ein paar Millimeter ausmachen, zeigt sich im Stimmbruch. “Die Sexualhormone lösen einen Wachstumsschub aus, der besonders deutlich bei Jungen zu beobachten ist”, sagt HNO-Arzt Richter. Der Kehlkopf wird größer, die Stimmlippen wachsen um gut einen Zentimeter.

Spiegelbild der Seele

Ganz fertig ist unsere Stimme nie. Genau wie wir selbst verändert sie sich weiter - bis ins hohe Alter. Bei Frauen haben vor allem hormonelle Schwankungen darauf Einfluss, denn sie wirken auf den Wasserhaushalt des Körpers und damit auch auf die Schleimhaut der Stimmlippen. Diese wird zum Beispiel während der Periode vermehrt durchblutet und verdickt sich. “Bei ungefähr 20 Prozent aller Frauen klingt die Stimme in dieser Zeit anders, die Leistungsfähigkeit nimmt ab”, sagt Richter. “Ähnlich ist es, wenn Frauen in die Wechseljahre kommen: Bei den meisten wird die Stimme dann tiefer und brüchiger.” Doch wie beim Sport, ist es auch möglich durch Training die eigene Stimme fit zu halten - und damit jünger zu klingen.

Ingrid Metz-Neun hat ihre Stimme seit ihrer Jugend gepflegt. Die ausgebildete Schauspielerin betreibt mittlerweile ein eigenes Synchron-Studio in Offenbach, neben Haltestellen hat sie auch die Anweisungen von Navigationsgeräten und Werbespots gesprochen sowie Marilyn Monroe ihre Stimme geliehen. Auch nach über 40 Jahren findet sie ihre Arbeit noch immer “wahnsinnig spannend”. Sich um die eigene Stimme genauso zu kümmern wie um das Aussehen, ist für sie selbstverständlich, denn: “Die Stimme ist stärker ein Spiegelbild der Seele, als manche Menschen glauben”, sagt sie.

GEBALLTE FRAUENPOWER BEI “STARKSCHÖN”

Gespeichert unter: Allgemeines — Ingrid Metz Neun @ 12:00

Diese intensiven, ausdrucksstarken, großformatigen Bilder von Irina BALANDINA sind noch bis zum 3.3.2010 in unseren Empfangsräumen Lilistrasse 40 in Offenbach zu besichtigen.(Von Mo bis Fr in der Zeit von 10 - 19 Uhr).
Nachfolgend ein paar Eindrücke.

Die Weihnachtsgans

Gespeichert unter: Allgemeines — Ingrid Metz Neun @ 20:54

In einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei alte nette Damen. Damals war es noch schwer, sich für Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte eine der Damen die Möglichkeit, auf dem Land- gegen allerlei Textilien- eine wohl noch magere, aber springlebendige Gans einzuhandeln.
In einem Korb verpackt, brachte Fräulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu füttern und zu Pflegen.
Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gans stolzierte vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schlafzimmer der beiden Schwestern und begrüßte sie zärtlich schnatternd. Die beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie böse aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. “Du musst es tun”, sagte Agathe, Sprach´s, stieg aus dem Bett, zog sich rasch an, nahm die Einkauftstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu hässlicher Eile die Wohnung.
Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte, lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig pendelnd herunter. Blut war keines zu sehen, aber dafür alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.”Wie…wie…” schluchzte Agathe, ” hast Du es gemacht?” ” mit Veronal” ; wimmerte Emma.
” Ich habe ihr einige Deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben, jetzt ist sie…huh, huh,…..rupfen musst Du sie, huh, huhhuh”.
Endlich rafte sich Agathe auf und begann, den noch warmen Vogel zu rupfen. Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann beschloß man, nachdem es mittlerweile spät geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den nächsten Tag zu verschieben.
Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und starrten mit aufgerissenen Augen und Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend, die gerupfte Gans.
Bitte, es ist wirklich war und kommt noch besser. Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden  Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganze Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig für ihren Liebling gefertigt hatten.
Die Pullovergans lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes!

Liebe Grüße

Ingrid

Hotel „Zur schlüpfenden Larve“

Gespeichert unter: Allgemeines — Peter von Krusenstern @ 23:38

Erstes 4-Sterne-Hotel öffnet am 1. November in der kleinen Gemeinde Kirchzell seine Pforten!

In gemeinsamer Teamarbeit mit Bettina wurde eine Idee zur Realität. In den vergangenen Tagen haben wir gewerkelt. Gezimmert, gesägt, geschraubt … und jede Menge gesammelt; totes Holz, Schilf, Äste, Baumscheiben und vieles mehr. Das Resultat ist ein ca. 1,8 m hohes Insektenhotel. Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist es bereits fertig eingerichtet.

Für jeden, der damit nicht viel anfangen kann, hier ein kurzer Auszug aus der Wikipedia-Erklärung:

Nicht nur in der freien Natur, auch in Gärten helfen viele „Nützlinge“, wie z. B. Hummeln, Wildbienen, Schlupf-, Falten-, Grab- und Wegwespen, Florfliegen oder Ohrwürmer durch Bestäubung und als kostenlose biologische „Schädlingsbekämpfer“ das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Zusätzlich sind einige der durch Insektenhotels geförderten Arten selten und stehen zum Teil sogar auf der Roten Liste (bspw. Etliche Wildbienen).

Ich muss gestehen, bis vor wenigen Wochen wusste ich auch noch nicht, was ein Insektenhotel ist … und nun steht es bei mir im Garten

Naturverbunde Grüße

Euer Peter

 Hotel Zur schlüpfenden Larve

Venus vom Odenwald

Gespeichert unter: Allgemeines — Peter von Krusenstern @ 18:59

Nicht so berühmt wie die Venus von Milo… nicht so alt wie die Venus von Milo und ebenfalls nicht so wertvoll. Dafür steht sie auch nicht im Louvre sondern bei mir im Garten.

Die goldene Venus vom Odenwald… anmutende   Schönheit… bereit, in wenigen Sekunden die sphärischen Klänge der Gartenharfe weit hinaus in die Täler zu tragen. Leise begleitet sie der zarte Herbstwind, der sanft ihr luftiges Gewand in leichte Schwingungen versetzt…

 

  

Herzlichst, euer Peter

Netter Besuch…

Gespeichert unter: Allgemeines — Ingrid Metz Neun @ 16:13

 

NETTER BESUCH VON EINEM ARBEITSKREIS DER IHK.

VIELLEICHT FÜR DEN EIN- ODER ANDEREN SELBST VON INTERESSE.

Hier gehts zum link:

http://www.offenbach.ihk.de/ueber_uns/macht_der_ton_die_musik.html 

  

Liebe Grüße

Ingrid

SO KANN´S GEHEN - Ein Tag im Schwimmbad

Gespeichert unter: Allgemeines — Peter von Krusenstern @ 14:09

Ein Tag im Schwimmbad

Ich packe so gegen 11 Uhr an einem freien Mittwoch mein Handtuch, ein Buch, eine Flasche ALDI-Mineralwasser und eine Tube Sonnencreme ein und setz mich ins Auto. Natürlich müsste ich nicht mit dem Auto fahren. Ich könnte ja auch mit dem Rad fahren. Aber Rad fahren ist genauso zum Kotzen wie Straßenbahn fahren… und zu Fuß geht nun wirklich nicht! Also, ich fahre zum Schwimmbad. Je näher ich dem Schwimmbad komme, um so größer wird die Zahl der Radfahrer, die mit sonnigem Gemüt kreuz und quer nebeneinander und sowieso überall auf der Strasse herumschlingern, die Sonnenbrille auf der Nase und tonnenweise Krempel im Körbchen, wie zum Beispiel Luftmatratzen, Kühlboxen, Sonnenschirme oder ihren Nachwuchs. Man könnte glauben, manche wären aus ihren Häusern vertrieben auf dem Weg in die Fremde… aber nein, sie wollen tatsächlich nur ins Schwimmbad.

In tiefem Vertrauen auf den lieben Gott und meine Geduld rauschen sie also unkoordiniert vor meinem Auto herum… aber ich lasse mich nicht entmutigen und suche einen Parkplatz. Schatten wäre toll. Am besten nicht zu weit weg. Ich suche ungefähr eine halbe Stunde und stelle mich dann siebeneinhalb Kilometer vom Eingang entfernt gegen die Fahrtrichtung im absoluten Halteverbot auf einen sonnendurchfluteten Radweg, den die oben erwähnten Bekloppten komischerweise eisern ignorieren. 

Vor der Kasse steht eine riesige Menschenmenge. Darunter auch fünf ältere Herren in Team Telekom-Outfits, die lauthals verkünden, dass sie nach 20 Kilometern Rad fahren jetzt noch 25 Bahnen schwimmen werden… Interessante Triathlon-Variante: mit dem Fahrrad ins Schwimmbad, mit dem Krankenwagen wieder zurück. Drei Teenies zwängen sich durch die Reihe nach vorn. Auf meinen freundlichen Hinweis, sie sollten sich doch bitte hinten anstellen, antwortet einer mit einem ebenso freundlichen: “Halt doch die Fresse, Schwuchtel!”. Aber ich freu mich einfach nur weiter auf das kühle Nass und passe nebenbei auf, dass mir im Gedränge keiner den Geldbeutel klaut. 

An der Kasse mache ich meinen Anspruch auf Ermäßigung geltend. Die freundliche Dame bittet mich herein, lässt sich Studentenausweis, Personalausweis, Führerschein, EC-Karte, Organspender-Karte, Impfpass und Geburtsurkunde vorlegen und unterzieht mich einem Lügendetektor-Test. Nachdem das BKA meine Fingerabdrücke überprüft hat gewährt man mir tatsächlich ermäßigten Einlass in den Badespaß-Park! 

Ich suche mir ein nettes Plätzchen auf der Wiese, lege mein original rotes Schwuchteltuch auf ein Ameisenloch und eine alte Portion Pommes und freu mich auf den schönen Tag. Die Vöglein singen, die Kinder schreien und die Kids nebenan erfreuen das ganze Schwimmbad mit dem lieblichen Geschrei von Rammstein, welches aus ihrem Ghettoblaster dröhnt. Dann erfreue ich die Bienen und Wespen, indem ich mich von Kopf bis Fuß mit einer pampigen stinkigen Sonnencreme einschmiere. Sofort summen sie lustig um mich herum…

Ach, das Leben ist schön! Nachdem ich mich eine halbe Stunde in der Sonne geräkelt habe, bekomme ich langsam Durst und greife zu meinem Wasser. Als ich gerade trinken möchte, donnert mir ein Fußball lustig hinten auf die Birne, was dazu führt, dass ich mir am Flaschenhals ein kleines Stück vom Schneidezahn abschlage… Ich drehe mich um und da steht - so ein Zufall! Das sympathische kleine Arschkind vom Eingang! Entschuldigend sagt der Kleine zu mir: “Geb mein Ball her, du Missgeburt!” Da kann ich natürlich nicht Nein sagen und werf ihm den Ball zu…. 

Im Schwimmbad ist es echt toll! Doch ein Schluck Wasser konnte mich nicht wirklich erfrischen. Zeit für einen Sprung ins kühle Nass! Nachdem ich einen netten Mann neben mir darum gebeten habe, doch ein Auge auf meine Sachen zu haben, während ich schwimme, schlendere ich zum Becken. Hier ist es toll! Viele kleine Kinder rennen herum. Eins rennt mir mit dem Kopf in die Eier und fängt dann an zu heulen. Die Mutter schreit mich an, was mir einfiele, so einfach am Becken vorbeizugehen, wenn ihr Kind gerade da herumtobt. Ja, das tut mir natürlich Leid… hätt ich auch wirklich besser aufpassen müssen. Endlich bin ich im Wasser. Das ist echt schön!

Das Sonnenöl von tausenden Leuten schillert auf der Wasseroberfläche, durch die Chlor-verätzten Augen scheint die Welt in einen lieblichen Schleier gehüllt. Ich tauche unter und geniesse gerade den Wechsel zwischen kaltem Wasser und warmem Pipi, als mir ein kleines Kind vom 3-Meter-Brett auf den Rücken springt. Als ich japsend auftauche, um mich zu entschuldigen, sehe ich, dass es ja genau das selbe Kind von eben war! Hach, wie nett! Hoffentlich hat es sich nicht weh getan! Es hört auch tatsächlich gleich auf zu weinen, nachdem ich ihm meine Uhr geschenkt habe. So ein liebes Kind! Raus aus dem Wasser, zurück zum Platz. 

Als ich dort ankomme, ist der nette Nachbar, der ein wenig auf meine Sachen aufgepasst hat, nicht mehr da. Mein Geldbeutel auch nicht. Dafür aber Nachbars Hund, der gerade mein Schnitzelbrötchen frisst, um danach in meinen Turnschuh zu scheißen. Netter Hund! Eigentlich bin ich immer ruhig und ausgeglichen… aber jetzt ist es doch langsam genug. Ich packe meine Sachen zusammen und den blöden Hund in die Kühlbox seines Herrchens. Selbige lasse ich feierlich im Wellenbecken zu Wasser und schaue mir belustigt den wilden Ritt an, während ich ein paar Takte “Surfin’ USA” pfeife. Mit dem Handy des Herrchens rufe ich eine ****-Nummer an und werfe es dann aufs Dach der Umkleidekabinen. Jetzt hab ich mich schon beinahe beruhigt. Ich schlendere zu meinem Fußballfreund, nehme ihm den Ball ab und schieße ihn mit einem beeindruckenden Vollspann aus einem Meter Entfernung direkt in sein nettes Gesicht. Nachdem er blutüberströmt nach hinten umgefallen ist, nehme ich die Gelegenheit wahr, in seinem Rucksack noch ein kleines Feuerchen zu legen und mache mich auf den Weg zum Ausgang. 

Als ich am Beckenrand vorbeikomme, sehe ich meinen Kumpel vom 3-Meter-Brett. Da der Bademeister gerade dabei ist, einen Telekom-Opa aus dem Becken zu fischen, schnapp ich mir die Badehose des netten kleinen Schweinepriesters und hänge sie an einen hohen Ast. Als ich am Ausgang ankomme, schau ich mich ein letztes Mal um: Der Fußball-Penner hüpft plärrend um seinen brennenden Rucksack herum (das Feuer hat inzwischen auf benachbarte Bastmatten übergegriffen), die kleine Nervensäge hüpft nackt unter dem Badehosen-Baum herum (umzingelt von kreischenden Mädchen), und der nette Nachbar sucht seinen Hund… die fest verschlossene Kühlbox zieht immer noch ihre Bahnen im Wellenbecken. Das Handy funkelt mir fröhlich vom Umkleidendach zu. Die Rechnung muss inzwischen bei etwa 989 Euro liegen… 

Als ich zum Auto zurückkomme, hängt ein Strafzettel dran. Ich nehm ihn ab, lese ihn aufmerksam durch und esse ihn auf. Dann steig ich in mein brütend heißes Auto und denke: Gar nicht so schlecht, so ein Besuch im Schwimmbad!

Naturschauspiel

Gespeichert unter: Beobachtungen — Peter von Krusenstern @ 23:29

Es war kurz nach 21:00 Uhr. Leichte Dämmerung hatte eingesetzt. Aber der Himmel war wegen des schönen Wetters noch recht hell. Ich befand mich gerade 3 oder 4 Kilometer vor Amorbach, als eine wahnsinnig große und hellleuchtende Erscheinung auftrat. Ein recht großer Meteorit muss in die Atmosphäre eingedrungen und verglüht sein. Ein gleißend heller Kern, mit einem ewig langen Schweif. Vom Kern sprühten kleine Funken weg. Ich habe noch nie in meinem Leben solch eine große Sternschnuppe gesehen. Der ganze “Spuk” war nach langen 10 Sekunden vorbei.

Wer sich damit noch nicht befasst hat: Die meisten Sternschnuppen sind nur für ein oder zwei Sekunden zu sehen (und das auch nur in vollkommener Dunkelheit). Dann sind sie bereits verglüht. Es sind ja nur ganz kleine Partikel, die in die Erdatmosphäre eindringen … meist nur ein paar Millimeter bis wenigen Zentimeter groß. Hier muss es sich wirklich um ein besonders großes Teil gehandelt haben… Vielleicht lesen wir in der Presse darüber.

Schnuppige Grüße

Peter

OFFENBACH POST ONLINE

Gespeichert unter: Allgemeines — Ingrid Metz Neun @ 10:18

Ich hab´s nicht glauben wollen, meine seit einigen Jahren “Heimatzeitung” hat eine eigene online-Abteilung und dort arbeitet kein Geringerer als mein ehemaliger workshop-Teilnehmer Rafael Bujotzek. Anlässlich unserer Sommerfete am 17.7. kam er vorbei, und bevor die ersten Steaks fertig gebrutzelt waren, hatte er dieses kleine Video “im Kasten”. So schnell gehts: aus Schülern werden “Macher”.

Viel Spass wünscht

Eure Ingrid

Überraschende Überraschung

Gespeichert unter: Allgemeines, Beobachtungen — Peter von Krusenstern @ 18:28

An manchen Tagen scheint die Sonne aus Leibeskräften. Aber genau an diesen Tagen ist das Gras noch schön kurz geschnitten. Und just in der Zeit, wo unbedingt Mähen angesagt wäre, kann man davon ausgehen, dass es regnet. (Zumindest in diesem Jahr trifft das zu.) Heute ist offenbar ein gaaaaanz besonderer Tag: Das Gras ist lang … und die Sonne scheint. :-) Die beste Gelegenheit, den Mäher anzuwerfen. Im Geräteschuppen hat sich offenbar eine Wespe verirrt. Wie lange sie wohl dort schon eingesperrt war? Nein, es sind sogar zwei, die sichtlich die Wärme in dem kleinen Holzhaus genießen. Na, egal. Ich habe mir keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Das Ungetüm von Benzinmäher hat ein bisschen Unruhe beim Herausholen verursacht. Plötzlich waren 4, 8, nein 10 … oder mehr, von diesen sirrenden Stachlern im Schuppen. Dann habe ich es entdeckt…!  Hier waren kleine Baumeister am Werk!!! … und das winzige Astloch in der Wand dient ihnen als Ein- und Ausflugsschneise.

…wenn ich mit meiner Arbeit fertig bin, werde ich ein bisschen leiser sein. :-)

Schade, dass Wespen keinen Honig machen.

Wünsche allen ein tolles Wochenende und schöne Gedanken.

Euer Peter

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